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Anders als z. B. in Deutschland erlaubt die Gesetzeslage in Österreich absurderweise, die Beratung der Mutter vor der Abtreibung ihres Kindes durch den abtreibenden Arzt selbst durchführen zu lassen. Wie, das kann sich jeder ausmalen. Eine Bestätigung durch eine externe Beratungsstelle ist nur bei sogenannten "Billigabtreibungen" (z. B. in Wiener Krankenhäusern) erforderlich. Dieser Beratungsschein (auch z. B. als "Anwesenheits- oder Zeitbestätigung" getarnt) wird von "Pro Choice"-Organisationen wie der Aktion Leben Österreich ausgestellt. Der Beratungsschein ist jedoch nur die (formale) Spitze des Eisbergs, der für eine Zusammenarbeit mit der florierenden Abtreibungsindustrie hierzulande steht. Laut Profil vom 26.9.09 zählt Österreich zu den Top-Abtreibungsländern in Europa nach Russland und Rumänien.

Die enge Zusammenarbeit höchster katholischer Stellen in Österreich mit der Aktion Leben Österreich ist zwar der breiten Öffentlichkeit weniger bekannt, aber nicht zu übersehen. Einige Beispiele:

  • Mitarbeiter der dem Ortsbischof unterstehenden Katholischen Aktion arbeiten im Vorstand der Aktion Leben Österreich mit, wie z. B. in der Diözese Graz-Seckau
  • Wie der Tätigkeitsbericht der Aktion Leben Steiermark 2008 belegt, ist die Aktion Leben mit der Katholischen Aktion und der Diözese Graz-Seckau eng verwoben: am 31.5.2008 fand sogar eine gemeinsame Eucharistiefeier im Dom zu Graz mit Bischof Dr. Egon Kapellari statt
  • diözesane Lebensschutzarbeitskreise der "Katholischen Aktion" wurden mit Regionalvereinen der Aktion Leben Österreich fusioniert, wie z. B. in der Diözese Graz-Seckau
  • eine Reihe von Regionalstellen der Aktion Leben Österreich sind in kirchlichen Gebäuden untergebracht, wie z. B. in den Diözesen Graz-Seckau, Gurk, Linz, Salzburg und Innsbruck
  • in Linz verfügt die Aktion Leben sogar über eine offizielle E-Mail-Adresse der Diözese (aktion.leben@dioezese-linz.at) und einen eigenen Auftritt auf der offiziellen diözesanen Internetpräsenz
  • viele katholische Pfarren und katholische Organisationen werben regelmäßig für die Aktion Leben Österreich
  • Bischofskonferenz und Diözesen überweisen der Aktion Leben Österreich beträchtliche Geldbeträge, die in deren Tätigkeitsberichten dokumentiert sind, wie z. B. in der Erzdiözese Salzburg und in der Diözese Innsbruck

Zusammenfassend kann man sagen, dass der private Verein Aktion Leben Österreich die privilegierte Lebensschutzorganisation der katholischen Kirche Österreichs ist. Und dass demzufolge weite Teile der Amtskirche und der Katholischen Aktion beim Lebensschutz der Lehre der Kirche und dem Papst offensichtlich die Gefolgschaft verweigern.

Schon vor über zehn Jahren hat Papst Johannes Paul II. in seinem Schreiben vom 3.6.1999 an die deutschen Bischöfe eindeutig klargestellt, dass die katholische Kirche sich nicht in die Ausstellung von Bescheinigungen verstricken darf, die dann faktisch für die Durchführung einer Abtreibung verwerdet werden können. In seinem Brief vom 18.9.1999 an den Vorsitzenden der deutschen Bischofskonferenz und die deutschen Bischöfe hat Papst emeritus Benedikt XVI. als damaliger Präfekt der Kongregation für die Glaubenslehre klargestellt, dass es bei der Weisung des Papstes keinen Interpretationsspielraum gibt.

Dem Wiener Nuntius, Erzbischof Dr. Zurbriggen, sind alle diese Fakten zwar seit Jahren bekannt, er hat jedoch bisher jedes Gespräch mit den Initiatoren dieser Petition abgelehnt.

Im Folgenden der Link zur Aktion Leben Österreich (mit der die Aktion Leben e. V. in Abtsteinach in Deutschland übrigens nichts zu tun hat) und einige Medienberichte mit Hinweisen: